Ibiza kann auch schlicht

Ich war schon so oft auf Ibiza und doch entdecke ich immer wieder Überraschungen. Diesmal bin ich mit einem Nachtflug gekommen und wollte vermeiden, in der Dunkelheit auf unbekannten und kurvenreichen Schotterstrassen zu meinem Domizil in den Bergen Nordibizas zu fahren. Deshalb habe ich mich kurz entschlossen in einem kleinen Hostal in der Nähe des Flughafens einquartiert. Es liegt direkt an einem der schönsten Strände Ibizas, an der playa salina. Die Lage ist nicht zu toppen. Es ist klein, urig und familiär.

Hostal Mar y Sol

Hostal Mar y Sol, kleine Pension an einem der berühmtesten Strände Ibizas

Ein Hostal am Strand von Salinas

Ich bin überrascht, dass hier nicht längst ein hippes teures Boutique Hotel entstanden ist. Denn die Bars am Strand, wie das Malibu, der Jockey Club oder das Sa Trinxa zählen zu den ganz berühmten und tagsüber räkelt sich hier im Sand alles was Rang und Namen hat, die Frauen mit aufgepumpten Brüsten, die Männer mir eingezogenen Bäuchen. Afrikaner verkaufen Strandtücher und Sonnenbrillen, Hippies preisen Armbändchen an und Südamerikaner verkünden laut und unbeirrt, dass Kokusnüsse gesund sind und Obst auch. Dazwischen Security mit wachsamen Augen auf Diebe und Drogendealer.

Der gründe Steg von der legendären Bar Sa Trinxa

Der gründe Steg von der legendären Bar Sa Trinxa

Künstler, DJ’s und Freunde

Im Hostal Mar y Sal ist nichts von alledem zu spüren. Hier ticken die Uhren langsam, die Mitarbeiter sind Familienmitglieder und lassen sich nicht hetzen. Vicente, heute ein alter Mann, wohnt in einem der rund 10 kleinen Zimmer. Vor 56 Jahren hat er das Hostal gegründet und geführt als sei es ein Gästehaus für Freunde. Und so kommen sie immer wieder. Stammgäste wie die Familie von Josh Müller sind schon seit 3 Generationen dabei. Maler, Musiker und Feinschmecker kommen vorbei, um im Open Air Restaurant zu essen.

Restaurant Mar y Sal

Restaurant Mar y Sal, hier kommen sie immer wieder gern vorbei, die DJ’s und Künstler

Ein Hotel ohne Internetauftritt

Wer das Hotel über eine Plattform buchen will sucht im Internet vergebens. Das Mar y Sal ist nur telefonisch zu erreichen. Sachen gibts! Wenn du es -wie ich- schaffst, spontan ein Zimmer zu ergattern steht einem herzlichen Aufenthalt nichts im Wege. Als Frühaufsteher war ich morgens allein am menschenleeren Strand wo ich meine Yogamatte ausgerollt habe und meine Übungen im Rythmus der an und abrollenden Wellen gemacht habe. Vereinzelt kommt ein Hundespaziergänger vorbei. Nach einem ausgiebigen Frühstück habe ich dann am Sa Trinxa gelegen, schön Musik gehört und einen Cortado getrunken. Danach Richtung Leuchtturm gewandert, in kleinen Buchten pausiert und den Fischen in glasklarem Wasser bei ihrem Tanz zugesehen. Schöner kann man diesen Strand nicht erleben.

kleine Buchten am Strand Salinas

kleine Buchten am Strand Salinas

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Diese Reise ist nachhaltig und ökologisch

Der Ort, nach dem du immer gesucht hast, ist der Platz, von dem du bereits die ganze Zeit schaust. (Franz von Assisi)

Reisen weitet den Horizont, hilft die Perspektive zu wechseln und die Dinge in einem anderen Licht zu sehen. Beim Reisen verläßt du deine Komfortzone. Und manchmal tut es weh. Aber am Ende einer jeden Reise fühle ich mich gut. Ich habe neue Erfahrungen gemacht, frische Haltungen entwickelt, Mut geschöpft.

Komm mit auf eine innere Reise

All das trifft in besonderen Maßte auf eine Reise zu, die ich in diesen Tagen unternommen habe. Georg Lolos hat mich dazu eingeladen, er hat mich mitgenommen  in ein Land, das ich zwar glaubte zu kennen aber nie so gesehen habe. Das Land (oder Haus) heißt Ego und besteht, so der Autor, aus unterschiedlichen Räumen. Auf dieser Reise bin ich durch 10 Ego-Räume gewandert, einige davon kamen mir sehr bekannt vor, manche haben mich zum Weinen gebracht. Mein Guide auf dieser inneren Reise:  Das Buch „Du bist nicht, was du denkst“ von Georg Lolos. Georg hat 3 Jahre lang in einem französischen Kloster gelebt, dem Plum Village und war dort Schüler von Thich Nhat Hanh. Er ist Achtsamkeitscoach in Köln und leitet dort mit Beata Korioth die „School of Beeing.“

Willkommen im Ego-Haus

Sein Modell des Ego-Hauses ist überraschend einfach und maximal überzeugend. Es besteht aus 10 Räumen: Kontroll-Raum, Widerstandsraum, Raum der Gier, Raum der Verleugnung, Hybisraum, Schuld-Raum, Raum der Verwirrung, Raum der Bedürftigkeit, Raum der Ohnmacht und der Minderwert-Raum. Jeder der angesprochenen Räume hat eine ganz besondere Atmosphäre, spricht eine eigene Sprache, löst einen emotionalen Zustand aus, hat, wenn man so will, eine hypnotische Wirkung, die dich hineinzieht und es schwer macht, wieder hinaus zu kommen.

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Sorgen und Ängste loslassen

Hört sich crazy an? Macht aber total Sinn. Zum Beispiel der Kontrollraum. Den kennen wir Mitteleuropäer wahrscheinlich alle: die Sorgen tropfen dort wie Blei von den Wänden und in den Ritzen lauert die Angst und wartet nur darauf, über dich herzufallen. Du hast Angst, dass etwas schief gehen könnte, dass du es nicht gut genug geplant hast, dass etwas nicht funktionniert, dass du etwas vergessen hast. Du hast Angst schuld zu sein, nicht gut genug zu sein, hast Angst vor Unfällen, Verlusten, Bränden und Weltuntergängen. Damit das alles nicht passiert musst du es noch besser machen, noch perfekter, noch schneller, noch erfolgreicher sein.

Und während du grübelst und dich verrückt machst in diesem Raum, bekommst du vom eigentlichen Leben gar nichts mit. Denn das spielt sich im Hier und Jetzt ab. Du aber bist, wenn du im Kontrollraum bist, in der Zukunft mit all ihren Unwägbarkeiten.

Gedanken kommen und gehen einfach. Die Frage ist, ob du ihnen folgst und sie glaubst – oder nicht.

Du bist nicht, was du denkst

Folgst du den sorgenvollen Gedanken und glaubst sie, so bist du ruckzuck im Kontroll-Raum. Fühlst du dich nicht gesehen oder benachteiligt steckst du wahrscheinlich im Raum der Bedürftigkeit fest. Hast du ständig ein schlechtes Gewissen und kannst nicht nein sagen verbringst du sicher viel Zeit im Schuld-Raum. Hast du eine übergroße Kritikerstimme in dir und machst dich ständig selbst runter bist du wohl Dauergast im Minderwert-Raum. Die gute Nachricht lautet: es gibt  einen Weg aus diesem Ego-Haus (Achtung, Spoileralarm!) und der heißt Achtsamkeit.

Achtsamkeit ist der Ausweg

Manchmal habe ich das spontan erlebt, meist in einer liebevollen Umarmung oder einer intensiven Begegnung mit der Natur. Eben noch drehen sorgenvolle Grübeleien Endlosschleifen in deinem Kopf  und dann? Sitzt du auf einem Felsen, schaust auf das türkisfarbene Meer und den tiefblauen Himmel, die Wellen kommen und gehen wie dein Atem, die Gedanken ziehen friedlich vorbei wie Federwölkchen und plötzlich ist es ganz still in dir. Dann hast du das Ego-Haus verlassen, bist präsent und glücklich. In diesem Moment gibt es keine Probleme, keine Sorgen. Aber das gelingt nur manchmal. Diesen fried-und sorgenfreien Zustand kannst du jetzt auch erreichen ohne am Meer zu sitzen.

Das Buch „Du bist nicht, was du denkst“ von Georg Lolos zeigt dir alltagserprobte Exit-Strategien aus deinem Ego-Haus und kann dir den Weg in die Weite und Stille ebnen.

 

 

 

 

Perspektiv-Wechsel

Als ich vor 2 Wochen aus Mexico und Honduras zurück kam ist es mir wieder ganz deutlich geworden: wenn du reist, nimmst du nicht nur unterwegs neue Perspektiven an sondern Deine Wahrnehmung verändert sich auch im Heimatland. Jede Reise verändert mich ein wenig. Manchmal sind diese Veränderungen unspektakulär und ich bemerke sie kaum. Kein Zucker mehr im Kaffee, weniger Fahrrad fahren und mehr zu Fuß gehen, dankbar sein für sauberes Trinkwasser aus der Leitung, nicht über das Wetter meckern…das passiert einfach so, ohne Vorsatz. Weiterlesen

Mazunte: Hippiedorf in Südmexiko

Ich war schon einmal in Mazunte, vor 2 Jahren. Damals kam ich zum Meditieren in einem Schweigeseminar. Von Dorf und Strand hatte ich nur wenig mitbekommen. Diesmal will ich einfach nur chillen. Weil’s dort so schön ist überrede ich meinen Sohn und seine Freundin, die gerade in San Cristobal sind, mitzukommen. Ich freu mich sehr auf den Familytrip! Weiterlesen

Gap Year für Oldies

Per Definition ist ein Gab Year eine Auszeit für junge Leute, meist zwischen Abi und Studium oder zwischen Studium und Berufstätigkeit. Aber gerade wenn du schon viele Jahre im Berufsleben stehst kann so eine Auszeit besonders gut tun. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, die Routine im Beruf Langeweile oder Verdruß aufkommen lässt fragen sich viele Ü50: und jetzt? Bis zur Rente so weiter? Was ist aus meinen Träumen geworden? Wollte ich damals nicht….Oh je!! Schluß mit Selbstmitleid, es ist nie zu spät für einen Neuanfang. Warum nicht noch mal etwas wagen, einen neuen Aufbruch riskieren und das Abenteuer suchen. Das belebt den Esprit und vielleicht tauchen wie aus dem Nichts neue Ideen und Perspektiven für die Zukunft auf.

Klar, dafür braucht es ein paar Ersparnisse aber du musst nicht reich sein, um so etwas umzusetzen. Hier ein paar praktische Tipps Weiterlesen

Emotionales Bahn fahren

Es gibt wohl kaum eine andere Art der Fortbewegung, die so viel geballte Emotion mit sich bringt. Und damit meine ich nicht Freude am Reisen und Liebe zur Schiene sondern Frust, Ärger und Wut. Ich will hier kein Bashing betreiben. Seitdem ich mein Auto verkauft habe bin ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Ich bin dankbar für jeden Bus, für jeden Zug, der mich dorthin bringt wo ich hin will. Und könnte schreien vor Glück wenn alles nach Plan läuft. Leider passiert das immer seltener. Weiterlesen

Waldbaden

Auf all meinen Reisen gibt es einen Freund, den ich besonders vermisse: den Wald. Wenn ich nicht reise wohne ich in Bonn. „Mein“ Wald ist der Kottenforst. Ich suche ihn auf, so oft ich kann, manchmal täglich, egal ob im Sommer oder im Winter.

Mikrokosmos im Wald

Mikrokosmos im Wald, spannend sommers wie winters

Kaum berühren meine Füße den federnden Untergrund von Tannennadeln und Erde bekommt mein Geist Flügel und die Gedanken fliegen davon. Jetzt haben die Sinne das Sagen: Die Augen ertrinken in Grün, das Blätterwerk raschelt, die Wipfel wiegen sich im Wind, ein Specht klopft und schon strömt der würzige, unverwechselbare  Waldgeruch nach Harz und Holz durch meine Nasenflügel geradewegs ins Gehirn, wo es ein Feuerwerk an Glückshormonen auslöst. Manchmal breite ich meine Arme aus und dreh mich im Kreis, wie ein spielendes Kind, bleibe stehen, schliesse die Augen, alles dreht sich, spüre noch dem Wirbeln der Luft um mich herum nach und es formt sich nur ein Gedanke: Was für ein Glück! Weiterlesen