Archiv der Kategorie: Allgemein

Gap Year für Oldies

Per Definition ist ein Gab Year eine Auszeit für junge Leute, meist zwischen Abi und Studium oder zwischen Studium und Berufstätigkeit. Aber gerade wenn du schon viele Jahre im Berufsleben stehst kann so eine Auszeit besonders gut tun. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, die Routine im Beruf Langeweile oder Verdruß aufkommen lässt fragen sich viele Ü50: und jetzt? Bis zur Rente so weiter? Was ist aus meinen Träumen geworden? Wollte ich damals nicht….Oh je!! Schluß mit Selbstmitleid, es ist nie zu spät für einen Neuanfang. Warum nicht noch mal etwas wagen, einen neuen Aufbruch riskieren und das Abenteuer suchen. Das belebt den Esprit und vielleicht tauchen wie aus dem Nichts neue Ideen und Perspektiven für die Zukunft auf.

Klar, dafür braucht es ein paar Ersparnisse aber du musst nicht reich sein, um so etwas umzusetzen. Hier ein paar praktische Tipps

1. Was mache ich mit Wohnung und laufenden Verträgen?

es wäre sicher für Jeden ein finanzielles Desaster müsste man alle laufenden Kosten wie Miete, Telefon, Internet, Strom, GIZ weiter bezahlen und gleichzeitig irgendwo auf der Welt ebenfalls Unterkunft bezahlen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das zu vermeiden. Wild Entschlossene können alles kündigen, Möbel und persönliche Dinge in einem Container aufbewahren lassen. Aber Achtung: da gibt es eine Menge Kündigungsfristen einzuhalten und aus manchen Verträgen (Mobilfunkt, Internet etc) kommt man nicht so einfach raus. Einfacher ist es, die persönlichen Gegenstände in Kisten zu packen und die Wohnung unterzuvermieten. Vielleicht hast du sogar ein kleines Zimmer wo du Deine persönlichen Dinge lagern und abschliessen kannst. Der Untermieter übernimmt dann alle laufenden Kosten, die du in einem Mietvertrag als Nebenkostenpauschale festsetzen kannst. Für die Untervermietung gibt es Plattformen wie Airbnb oder auch Agenturen. Du kannst zudem eine Anzeige schalten z.B. auf Zwischenmiete.de oder InmobilienScout

2. Wie sichere ich mein Recht auf Arbeitslosengeld?

Wer lange im Berufsleben steht hat in der Regel ein Recht auf Arbeitslosengeld wenn er zurück kommt. Wenn du selbst kündigst gilt eine 3 monatige Sperrfrist. Good news: wenn du alles richtig machst läuft die Sperrfrist während deiner Abwesenheit und du kannst sofort in die Arbeitssuche einsteigen wenn du wieder in Deutschland bist. Der Vorteil: du bekommst dann vom ersten Tag an Arbeitslosengeld. Unter welchen Voraussetzungen du das bekommst und was du beachten musst damit du dein Recht auf Arbeitslosengeld während deiner Reise nicht verwirkst, darüber mache ich einen eigenen Blogpost. Natürlich geht es dabei nicht darum, sich Leistungen zu erschleichen. Solange du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst gibt es logischerweise auch kein Geld. Meine Tipps sind alle völlig legal. Um sicher zu gehen habe ich sie im Vorfeld mit der Pressestelle des Arbeitsamtes abgesprochen. Demnächst also hier auf diesem Blog mehr zum Thema: wie ich mich arbeitslos melde wenn ich auf Weltreise gehe.

3. Wie halte ich Kontakt zu Freunden und Familie?

Der Ein oder Andere wird Dich vielleicht für verrückt erklären. Macht nix, pfeiff darauf. Es ist Dein Leben. Lass dir nicht einreden, Du seist zu alt für solche Abenteuer. Aus der eigenen Komfortzone auszubrechen erfordert Mut, erweist sich aber oft als wahrer Jungbrunnen. Also: bloß nicht beirren lassen. Wenn Du wissen willst wie ich damals damit umgegangen bin kannst du es hier nachlesen. Hier findest Du Tipps, die helfen können die Komfortzone zu verlassen

Kontakt zu den Lieben halten ist heute so einfach wie nie. Über Skype könnt ihr euch sogar sehen. Umsonst telefonieren geht mit verschiedenen Apps wie Messenger oder Whats App sobald du an einem Ort mit w-lan bist. Und da ist der Rest der Welt definitif besser aufgestellt als Deutschland. In Asien und Südamerika findest du in der Regel an öffentlichen Plätzen, zum Teil auch in Bussen und Bahnen und in allen Unterkünften kostenloses W-Lan.

Unterwegs wirst du neue Freunde finden, temporäre Reisegemeinschaften. Das ist spannend, generationsübergreifend und sehr inspirierend. Aber du wirst auch eine Menge Reisender treffen die über 50 sind. Entweder machen sie eine Auszeit oder sie geniessen ihre Rente auf Reisen. Meine Erfahrungen mit jungen und alten Mitreisenden in Hostels habe ich hier beschrieben

Wenn Du Fragen zum Thema hast kannst du sie gern in der Kommentarfunktion stellen. Ich antworte ruckzuck. Viel Spaß beim Pläne schmieden. Nur Mut!

Emotionales Bahn fahren

Es gibt wohl kaum eine andere Art der Fortbewegung, die so viel geballte Emotion mit sich bringt. Und damit meine ich nicht Freude am Reisen und Liebe zur Schiene sondern Frust, Ärger und Wut. Ich will hier kein Bashing betreiben. Seitdem ich mein Auto verkauft habe bin ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Ich bin dankbar für jeden Bus, für jeden Zug, der mich dorthin bringt wo ich hin will. Und könnte schreien vor Glück wenn alles nach Plan läuft. Leider passiert das immer seltener. Weiterlesen

Waldbaden

Auf all meinen Reisen gibt es einen Freund, den ich besonders vermisse: den Wald. Wenn ich nicht reise wohne ich in Bonn. „Mein“ Wald ist der Kottenforst. Ich suche ihn auf, so oft ich kann, manchmal täglich, egal ob im Sommer oder im Winter.

Mikrokosmos im Wald

Mikrokosmos im Wald, spannend sommers wie winters

Kaum berühren meine Füße den federnden Untergrund von Tannennadeln und Erde bekommt mein Geist Flügel und die Gedanken fliegen davon. Jetzt haben die Sinne das Sagen: Die Augen ertrinken in Grün, das Blätterwerk raschelt, die Wipfel wiegen sich im Wind, ein Specht klopft und schon strömt der würzige, unverwechselbare  Waldgeruch nach Harz und Holz durch meine Nasenflügel geradewegs ins Gehirn, wo es ein Feuerwerk an Glückshormonen auslöst. Manchmal breite ich meine Arme aus und dreh mich im Kreis, wie ein spielendes Kind, bleibe stehen, schliesse die Augen, alles dreht sich, spüre noch dem Wirbeln der Luft um mich herum nach und es formt sich nur ein Gedanke: Was für ein Glück! Weiterlesen

Colourful village and happy Retirees

 

San Miguel de Allende is a small town in the central Mexican highlands. It is a so-called pueblo Magico, these are particularly beautiful, well preserved colonial villages. I was told that especially many foreigners over 50 live here, who either spend the winter or have even moved here completely. If I hadn’t had that information before, I would’ve noticed sooner or later. Nowhere else have I met so many gray-haired happy people.

Patio vom Instituto Allende
Patio vom Instituto Allende

The Guadiana Park

In the district Guadiana I find an accommodation, directly at the park of the same name, where people meet at stone chess tables or find access to each other in conversations about their dogs. I quickly take this park into my heart although I am actually too young to spend hours on a park bench. But here I sit in the midst of blooming lavender, between cacti and under blue flowering Jacaranda trees and watch the passers-by. There is always a friendly smile and a joyful hello, sometimes a few sentences more. Weiterlesen

Happy Birthday Gewinnspiel

Update 7.5.2018

Die 3 Gewinner sind:

Claudia Sittner, Sylvia Nischik und Iris Schulte Renger.

Herzlichen Glückwunsch! Comeback mit Backpack geht in diesen Tagen an Euch raus. Das Video der LosZiehung könnt ihr auf FB anschauen (-:

Soeben habe ich ein Kerzchen angezündet. Comeback mit Backpack wird 1 Jahr alt! Am 1.5.2017 ist meine Reisegeschichte im Buchhandel erschienen und ich habe natürlich eine Party  geschmissen. Es war toll dieses Ereignis mit meinen Freunden zu feiern und mit Menschen, die ich ewig nicht gesehen hatte, die aber im Buch eine Rolle spielen. So einer wie Christian, mein französischer Freund, mit dem ich 1980 die Rucksackreise nach Südamerika unternommen habe. Und ich war so gespannt auf seine Reaktion! Denn Christian wollte das Buch vor dem Druck nicht lesen, sondern erst wenn es im Buchhandel erscheint. Weiterlesen

Suitcases wrapping? Never again!

Sometimes we do strange things and we regret a stupidity. Sometimes it is good to speak about and prevent others from doing the same  rubbish. Let’s talk about my mistakes. When I had my comeback with the backpack 2 years ago I was still insecure in many things. After all, this kind of travelling was very unusual for me after a 35-year backpack break. I had packed it so full that I could not take it as hand luggage. So I had to check it in and I wondered if it could break on the way. Weiterlesen

Vom Heimkehren

Es gibt wohl kaum ein zwiespältigeres Gefühl als das „Heimkehrgefühl“. Das Heimkehren gehört zum Reisen, keine Frage. Und es ist jedesmal genauso spannend wie das Reisen an sich. Denn unterwegs verändern wir uns, selbst wenn wir es gerade nicht merken. Allein der Blick auf die Dinge ist anders.

Wenn wir die Perspektive wechseln verändert sich der Blick

Plötzlich ist die Ruhe auf der Strasse nicht mehr Symptom brechlangweiligen Spiessertums sondern Ausdruck von Sicherheit und (ja!) auch von Ordnung, die – wer hätte das gedacht- gar nicht mal so unsympathisch daher kommen. Gefahrlos die Strasse überqueren, Autos, die bei Rot anhalten, gepflegte Grünflächen…. Weiterlesen